
Vergessen Sie Kaltakquise auf LinkedIn; der Schlüssel zum Erfolg bei Top-Entscheidern ist der Aufbau digitaler Autorität, bevor Sie die erste Nachricht senden.
- Ihr Profil muss von einem Lebenslauf zu einer strategischen Verkaufsseite transformiert werden, die auf ein klares Wertversprechen fokussiert ist.
- Die organische Reichweite wird nicht durch die Frequenz, sondern durch das strategische Format (z. B. PDF-Slider) und die Interaktion in der ersten Stunde bestimmt.
Empfehlung: Konzentrieren Sie sich darauf, durch hochwertigen Content und gezielte Interaktion einen Vertrauens-Vorschuss zu erarbeiten. Der Verkauf ist das Ergebnis einer Beziehung, nicht der Beginn.
Die Realität im B2B-Vertrieb ist hart: Klassische Kaltakquise-Anrufe und standardisierte E-Mails prallen an den Firewalls und Assistenzen von CEOs und Vertriebsleitern ab. Viele wenden sich daher LinkedIn zu, in der Hoffnung auf einen direkten Draht – und scheitern erneut. Sie behandeln die Plattform wie ein digitales Telefonbuch, versenden unpersönliche Kontaktanfragen und platte Werbebotschaften. Das Ergebnis ist dasselbe: Ignoranz. Die Herausforderung ist immens, was eine Umfrage von LinkedIn bestätigt: Für 83 % der B2B-Marketer in Deutschland ist die Gewinnung von Aufmerksamkeit die größte Hürde.
Doch was wäre, wenn der Fehler nicht im Kanal, sondern in der Strategie liegt? Was, wenn der Schlüssel nicht darin besteht, lauter zu schreien, sondern darin, eine Anziehungskraft zu entwickeln, die Entscheider von selbst auf Sie aufmerksam macht? Dieser Ansatz ist die „qualitative Sichtbarkeit“. Es geht darum, sich als unumgänglicher Experte in Ihrer Nische zu etablieren, dessen Meinung gefragt und dessen Kontakt geschätzt wird. Es ist der Wandel von einem aufdringlichen „Push“-Ansatz zu einer eleganten „Pull“-Strategie, bei der Vertrauen und Autorität die Währung sind.
Dieser Artikel ist Ihr strategischer Leitfaden, um genau das zu erreichen. Wir werden nicht die üblichen Phrasen wiederholen. Stattdessen erfahren Sie, wie Sie Ihr Profil in eine präzise Landingpage umwandeln, welche Content-Formate der Algorithmus wirklich belohnt und wie Sie eine echte Beziehung zu VIP-Kontakten aufbauen – alles im Einklang mit den professionellen und rechtlichen Standards, die im deutschen Wirtschaftsraum erwartet werden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie aufhören zu jagen und anfangen, angezogen zu werden.
Um diese Transformation erfolgreich zu meistern, haben wir die entscheidenden Strategien und Taktiken in übersichtliche Abschnitte gegliedert. Der folgende Überblick dient Ihnen als Wegweiser durch die Kunst der subtilen, aber wirkungsvollen Akquise auf der wichtigsten Business-Plattform der Welt.
Inhalt: Ihr Weg zur digitalen Autorität auf LinkedIn
- Warum Ihr Lebenslauf-Stil auf LinkedIn niemanden interessiert und wie Sie eine Sales-Page daraus machen?
- PDF-Slider oder Text-Only: Welches Format erzielt aktuell die höchste organische Reichweite?
- LinkedIn, Instagram oder TikTok: Wo halten sich Einkäufer aus dem Maschinenbau wirklich auf?
- Warum sind die ersten 60 Minuten nach dem Post entscheidend für die Viralität?
- Personalisierte Einladung vs. Klick-Button: Was erhöht die Annahmequote bei VIP-Kontakten?
- Wie bauen Sie eine Beziehung im Chat auf, ohne sofort mit der Tür ins Haus zu fallen?
- Wie nutzen Sie Ihr persönliches Profil zur Anbahnung, ohne standesrechtliche Regeln zu verletzen?
- Wie Anwälte und Berater Mandanten gewinnen, ohne wie Marktschreier zu wirken?
Warum Ihr Lebenslauf-Stil auf LinkedIn niemanden interessiert und wie Sie eine Sales-Page daraus machen?
Ihr LinkedIn-Profil ist für Entscheidungsträger keine Personalakte, sondern eine Landingpage. Niemand hat die Zeit, Ihren beruflichen Werdegang chronologisch zu studieren. Ein potenzieller Kunde oder Partner stellt sich nur eine Frage: „Was habe ich davon?“ Ein Profil im Lebenslauf-Stil, das lediglich Positionen und Aufgaben auflistet, beantwortet diese Frage nicht. Es ist passiv. Eine strategische Sales-Page hingegen ist aktiv: Sie kommuniziert sofort ein klares Wertversprechen, adressiert ein spezifisches Problem und positioniert Sie als die Lösung.
Die Transformation beginnt bei den Schlüsselelementen. Ihre Headline ist kein Jobtitel, sondern Ihr Pitch in einer Zeile. Statt „Geschäftsführer bei XYZ GmbH“ formulieren Sie „Ich helfe Maschinenbau-Unternehmen, ihre Exportquote um 20 % zu steigern“. Ihr Titelbild ist keine Landschaftsaufnahme, sondern eine Werbefläche. Nutzen Sie es, um Logos deutscher Referenzkunden, Auszeichnungen oder einen Slogan zu platzieren. Die Info-Sektion ist Ihr Verkaufsgespräch. Strukturieren Sie sie nach der bewährten PAS-Formel: Problem (Pain), Verstärken (Agitate), Lösung (Solve). Beschreiben Sie das drängendste Problem Ihrer Zielgruppe, malen Sie die Konsequenzen aus und präsentieren Sie dann Ihre Methode als den Ausweg.
Ein professionelles Foto ist selbstverständlich, aber es geht um mehr als nur um ein Lächeln. Es muss Glaubwürdigkeit und Kompetenz ausstrahlen. Für den deutschen Markt ist ein weiterer Punkt unabdingbar, um sofortige Seriosität zu signalisieren: die rechtliche Absicherung. Ein leicht auffindbarer Link zum Impressum in Ihrem Profil ist kein lästiges Detail, sondern ein Vertrauenssignal, das zeigt, dass Sie die Spielregeln kennen und ein ernstzunehmender Geschäftspartner sind. Jeder dieser Bausteine trägt dazu bei, aus einem statischen Dokument ein dynamisches Vertriebsinstrument zu machen.
PDF-Slider oder Text-Only: Welches Format erzielt aktuell die höchste organische Reichweite?
Die Wahl des richtigen Content-Formats auf LinkedIn ist kein Ratespiel, sondern eine strategische Entscheidung, die direkten Einfluss auf Ihre Sichtbarkeit hat. Der Algorithmus priorisiert Inhalte, die Nutzer auf der Plattform halten. Die entscheidende Metrik hierfür ist die „Dwell Time“ (Verweildauer). Formate, die Nutzer dazu anregen, länger bei Ihrem Beitrag zu bleiben, werden mit höherer Reichweite belohnt. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen und genau hier spielen Dokumenten-Posts, auch bekannt als PDF-Slider, ihre Stärke aus.
Während reine Text-Posts, besonders mit persönlichem Storytelling, bei persönlichen Profilen gut funktionieren können, bieten PDF-Slider einen entscheidenden Vorteil: Sie verpacken eine große Menge an Informationen in ein interaktives Format. Ein Nutzer, der durch einen 10-seitigen Slider klickt, signalisiert dem Algorithmus ein hohes Interesse. Dies führt oft zu einer signifikant höheren Reichweite als bei einem kurzen Text oder einem einfachen Bild. Sie eignen sich perfekt, um Checklisten, Mini-Präsentationen oder die Kernaussagen eines Blogartikels aufzubereiten.

Die folgende Übersicht, basierend auf einer Analyse aktueller LinkedIn-Algorithmus-Faktoren, zeigt das Potenzial verschiedener Formate:
| Format | Reichweiten-Potenzial | Beste Anwendung |
|---|---|---|
| PDF-Slider/Documents | Sehr hoch (+10% mit Mix) | Umfassende Informationen, hohe Dwell Time |
| Umfragen | Höchste bei Company Pages | Einfache Interaktion, anonyme Teilnahme |
| Reine Text-Posts | Gering bei Company Pages, hoch bei Personal | Persönliche Stories, Thought Leadership |
| Videos | Mittel bis hoch | 11-13 Uhr optimal, Vertrauensaufbau |
Letztlich ist nicht ein einzelnes Format der heilige Gral, sondern der strategische Mix. Umfragen generieren schnelle Interaktion, während PDF-Slider Ihre digitale Autorität untermauern. Videos bauen Vertrauen auf, erfordern aber auch mehr Produktionsaufwand. Der Schlüssel liegt darin, das Format an das Ziel des jeweiligen Beitrags anzupassen und die Verweildauer der Nutzer bewusst zu maximieren.
LinkedIn, Instagram oder TikTok: Wo halten sich Einkäufer aus dem Maschinenbau wirklich auf?
In der Flut der Social-Media-Kanäle ist die Fokussierung auf die richtige Plattform der größte Hebel für Effizienz. Für B2B-Unternehmen, insbesondere in traditionellen deutschen Branchen wie dem Maschinenbau, ist die Antwort eindeutig. Während Plattformen wie Instagram oder TikTok für Employer Branding oder die Ansprache der Generation Z eine Rolle spielen können, findet die eigentliche Geschäfts- und Entscheidungsanbahnung woanders statt. Die Frage ist nicht, ob B2B auf Social Media stattfindet, sondern wo genau.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Eine aktuelle Studie des Ersten Arbeitskreises Social Media in der B2B-Kommunikation zeigt, dass 92 % der deutschen B2B-Unternehmen LinkedIn nutzen. Die Plattform dominiert den B2B-Bereich unangefochten. Hier sind nicht nur die Unternehmen präsent, sondern auch die relevanten Personen: Ingenieure, technische Einkäufer, Produktionsleiter und Vorstände. LinkedIn bietet den unschätzbaren Vorteil, direkt auf die Profile von Entscheidungsträgern zugreifen, ihre beruflichen Interessen analysieren und ihre Netzwerke verstehen zu können.
XING, mit einer hohen Nutzerzahl im DACH-Raum, dient oft als Verifizierungsinstrument für offizielle Positionen, hat aber in den letzten Jahren an Interaktionsdynamik verloren. YouTube spielt eine wichtige, aber andere Rolle: Es ist eine Suchmaschine für Problemlösungen. Ein Einkäufer sucht dort vielleicht nach einer Produkt-Demo oder einem Tutorial zur Fehlerbehebung, aber nicht aktiv nach einem strategischen Partner. Die direkte, professionelle Vernetzung und der Aufbau von Thought Leadership finden primär auf LinkedIn statt. Für jeden, der im deutschen Maschinenbau komplexe Produkte oder Dienstleistungen verkaufen will, ist LinkedIn kein „Nice-to-have“, sondern der zentrale digitale Marktplatz.
Warum sind die ersten 60 Minuten nach dem Post entscheidend für die Viralität?
Der LinkedIn-Algorithmus funktioniert wie ein Test-Publikum. Wenn Sie einen Beitrag veröffentlichen, wird er zunächst nur einem kleinen Teil Ihres Netzwerks angezeigt. In dieser ersten Phase, der sogenannten „goldenen Stunde“, misst der Algorithmus die Qualität Ihres Inhalts anhand der ersten Reaktionen. Erhalten Sie in den ersten 60 Minuten überdurchschnittlich viele Likes, und vor allem Kommentare, wertet das System Ihren Beitrag als relevant. Als Belohnung wird er an einen größeren Kreis von Nutzern ausgespielt – der Grundstein für eine virale Entwicklung ist gelegt.
Die wichtigste Währung in dieser Phase ist nicht der „Like“, sondern der Kommentar. Ein Kommentar von einem Nicht-Mitarbeiter ist laut Analysen 8-mal effektiver als ein Like. Er signalisiert eine tiefere Auseinandersetzung mit Ihrem Inhalt. Noch wichtiger ist jedoch Ihre eigene Reaktion. Studien zum Algorithmus zeigen, dass eine zeitnahe Beantwortung aller Kommentare innerhalb der ersten Stunde die Reichweite massiv steigert. Ein aktueller Report spricht von bis zu 40 % mehr Reichweite durch sofortige Reaktion.
Dieses Vorgehen löst eine positive Feedback-Schleife aus: Ein Kommentar regt zur Diskussion an, Ihre Antwort vertieft diese und motiviert weitere Nutzer zur Teilnahme. Jeder neue Kommentar ist ein frisches Signal an den Algorithmus, dass Ihr Beitrag weiterhin relevant ist. Die Strategie ist also klar: Posten Sie zu einer Zeit, in der Sie persönlich verfügbar sind, um die erste Welle an Interaktionen aktiv zu managen. Stellen Sie in Ihrem Beitrag eine Frage, um Kommentare zu provozieren. Und behandeln Sie jeden Kommentar als den Beginn eines wertvollen Gesprächs. Die ersten 60 Minuten sind kein passives Warten, sondern die aktivste Phase Ihrer Content-Distribution.
Personalisierte Einladung vs. Klick-Button: Was erhöht die Annahmequote bei VIP-Kontakten?
Bei der Kontaktaufnahme mit hochrangigen Entscheidungsträgern gibt es keine zweite Chance für den ersten Eindruck. Der einfache Klick auf den „Vernetzen“-Button ist der schnellste Weg, ignoriert zu werden. Es ist das digitale Äquivalent einer anonymen Visitenkarte, die ohne ein Wort überreicht wird. Für einen CEO oder einen vielbeschäftigten Abteilungsleiter signalisiert dies einen Mangel an Mühe und Relevanz. Warum sollte er oder sie eine Anfrage von jemandem annehmen, der sich nicht einmal die 30 Sekunden Zeit nimmt, den Grund für die Kontaktaufnahme zu erläutern?

Die personalisierte Einladungsnachricht ist daher keine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit. Sie ist Ihre Chance, aus der Masse herauszustechen und sofort einen Kontext herzustellen. Die Annahmequote steigt signifikant, wenn die Nachricht kurz, präzise und auf den Empfänger zugeschnitten ist. Eine bewährte Methode, um bei C-Level-Kontakten erfolgreich zu sein, ist die 3-Satz-Regel, wie sie von Experten für B2B-Vertrieb empfohlen wird.
Die Formel ist einfach und wirkungsvoll:
- Kontext herstellen: Beziehen Sie sich auf eine Gemeinsamkeit. „Ich habe Ihren spannenden Vortrag auf der Hannover Messe gesehen…“ oder „Ihr jüngster Beitrag zum Thema X hat mich inspiriert…“.
- Wert aufzeigen: Erklären Sie kurz, warum eine Vernetzung für BEIDE Seiten von Vorteil sein könnte. „Da ich mich ebenfalls intensiv mit der Optimierung von Lieferketten befasse, sehe ich hier großes Potenzial für einen wertvollen Austausch.“
- Offene Frage stellen: Beenden Sie die Nachricht mit einer einfachen, nicht fordernden Frage, die das Gespräch eröffnet. „Wären Sie offen für eine kurze Vernetzung hier auf LinkedIn?“
Diese Vorgehensweise zeigt Respekt vor der Zeit des Empfängers, demonstriert, dass Sie Ihre Hausaufgaben gemacht haben und signalisiert ein ehrliches Interesse an einem professionellen Austausch, nicht an einem schnellen Verkauf.
Wie bauen Sie eine Beziehung im Chat auf, ohne sofort mit der Tür ins Haus zu fallen?
Nachdem die Kontaktanfrage angenommen wurde, beginnt die heikelste Phase: der Aufbau einer Beziehung. Der größte Fehler ist, die Annahme als Kaufsignal zu interpretieren und sofort mit einem Pitch zu starten. Dies zerstört das eben aufgebaute, zarte Vertrauen sofort. Wie Dr. Claudia Hilker, eine Expertin für digitales Marketing, treffend formuliert:
Social Selling ist eine tolle Möglichkeit, neue B2B-Kunden über Social Media zu gewinnen und den Umsatz zu steigern! Positioniere dich als Experte, nimm Kontakt mit potenziellen Kunden auf und erweitere dein berufliches Netzwerk.
– Dr. Claudia Hilker, LinkedIn Marketing mit Social Selling zur B2B-Kunden- und Mitarbeiter-Gewinnung
Das Ziel ist nicht der schnelle Abschluss, sondern der Aufbau einer qualitativen Beziehung. Der Chat ist Ihr Raum, um den Status als vertrauenswürdiger Experte zu festigen. Die „Informations-Schenken“-Strategie ist hierfür ideal. Statt etwas zu fordern, geben Sie etwas von Wert. Haben Sie einen relevanten Fachartikel, eine interessante Branchenstudie oder eine eigene Analyse, die für Ihren neuen Kontakt von Nutzen sein könnte? Teilen Sie diese proaktiv. „Guten Tag Herr Mustermann, bei meiner Recherche bin ich auf diesen Report gestoßen, der für Ihre Branche sehr relevant sein könnte. Dachte, ich teile ihn mit Ihnen.“
Ein weiterer eleganter Weg ist die Interaktion außerhalb des Chats. Liken und kommentieren Sie durchdacht die Beiträge Ihrer Zielperson. Ein gut formulierter Kommentar, der eine neue Perspektive einbringt oder eine intelligente Frage stellt, hat oft mehr Gewicht als eine private Nachricht. Er zeigt öffentlich Ihr Interesse und Ihre Expertise. Erst wenn Sie über einen gewissen Zeitraum hinweg regelmäßig Wert gestiftet und Präsenz gezeigt haben, ist der Zeitpunkt für den nächsten Schritt gekommen. Dieser könnte eine Einladung zu einem Webinar sein oder die Frage nach einer spezifischen Herausforderung, bei der Sie möglicherweise helfen können. Geduld ist hier die wichtigste Tugend.
Wie nutzen Sie Ihr persönliches Profil zur Anbahnung, ohne standesrechtliche Regeln zu verletzen?
Für Angehörige freier Berufe wie Anwälte, Steuerberater oder Ärzte gelten besonders strenge standesrechtliche Regeln, die anpreisende Werbung verbieten. Viele schrecken deshalb davor zurück, LinkedIn aktiv zur Mandanten- oder Patientengewinnung zu nutzen, aus Angst, eine Grenze zu überschreiten. Doch diese Sorge ist unbegründet, wenn man den fundamentalen Unterschied zwischen plakativer Werbung und fachlicher Information versteht. LinkedIn ist der ideale Kanal, um Expertise zu demonstrieren, ohne werblich zu wirken.
LinkedIn dient und funktioniert nicht primär als Kaltakquise-Kanal. LinkedIn Marketing und Sales funktioniert auf qualitativer und nicht quantitativer Ebene.
– Britta Behrens, B2B Marketing und Sales auf LinkedIn – LinkedIn Learning
Der Schlüssel liegt im Content-Marketing, das auf Aufklärung und Meinungsäußerung basiert. Statt zu posten „Ich löse Ihr Problem X, kontaktieren Sie mich!“, veröffentlichen Sie einen Fachartikel, der ein aktuelles Urteil analysiert, die Auswirkungen einer neuen Gesetzesänderung für eine bestimmte Branche beleuchtet oder eine fundierte These zu einem Markttrend aufstellt. Dies fällt unter die erlaubte Information und Meinungsäußerung und positioniert Sie als Vordenker, nicht als Marktschreier. Sie ziehen potenzielle Mandanten an, die aufgrund Ihrer Fachkompetenz auf Sie zukommen, was eine erlaubte und sogar erwünschte Form der Akquise ist.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einhaltung der DSGVO. Beim Vernetzen und Kommunizieren bewegen Sie sich im Rahmen des „berechtigten Interesses“. Vermeiden Sie es jedoch, Kontaktdaten aus LinkedIn ohne explizite Zustimmung in externe CRM-Systeme zu exportieren und für Massen-Mailings zu nutzen. Die Kommunikation sollte auf der Plattform bleiben, bis der Kontakt von sich aus den nächsten Schritt vorschlägt. Durch diese subtile und regelkonforme Vorgehensweise bauen Sie eine reputationsfördernde Präsenz auf, die langfristig zu qualitativ hochwertigen Anfragen führt, ohne jemals in den Bereich der unerlaubten Werbung abzurutschen.
Das Wichtigste in Kürze
- Verwandeln Sie Ihr Profil: Weg vom Lebenslauf, hin zur strategischen Verkaufsseite, die ein klares Wertversprechen kommuniziert.
- Setzen Sie auf Content-Formate mit hoher Verweildauer wie PDF-Slider, um die organische Reichweite algorithmisch zu maximieren.
- Bauen Sie Beziehungen durch Geben auf: Teilen Sie wertvolle Informationen und interagieren Sie öffentlich, bevor Sie eine private Nachricht mit Pitch senden.
Wie Anwälte und Berater Mandanten gewinnen, ohne wie Marktschreier zu wirken?
Für Berater, Anwälte und andere Experten, deren wichtigstes Kapital Vertrauen und Seriosität sind, ist die größte Herausforderung auf LinkedIn, Sichtbarkeit zu erlangen, ohne aufdringlich zu wirken. Die Lösung liegt darin, die Rolle des Verkäufers abzulegen und die des vertrauenswürdigen „Übersetzers“ anzunehmen. Ihre Zielgruppe ist nicht auf der Suche nach Werbebroschüren, sondern nach Klarheit in einer komplexen Welt. Ihre Aufgabe ist es, komplexe Sachverhalte – sei es ein neues Gesetz, eine technologische Entwicklung oder eine Marktverschiebung – in verständliche, handlungsorientierte Erkenntnisse zu übersetzen.
Eine hochwirksame Strategie ist das Formulieren von fundierten, aber bewusst kontroversen Thesen zu Branchenthemen. Eine These wie „Die DSGVO ist kein Hindernis, sondern der größte Wettbewerbsvorteil für deutsche Mittelständler“ provoziert eine hochwertige Diskussion und zieht andere Experten an. Sie positionieren sich als Vordenker, der den Status quo hinterfragt. Eine weitere Methode ist die digitale Verlängerung von Vorträgen. Anstatt nur zu erwähnen, dass Sie einen Vortrag gehalten haben, posten Sie die drei Kern-Slides als PDF-Slider und stellen Sie die zentrale Frage des Vortrags zur Diskussion.
Senken Sie zudem die Hemmschwelle für den ersten Kontakt. Bieten Sie keine „kostenlosen Erstberatungsgespräche“ an, was nach Verkauf klingt. Nennen Sie es stattdessen eine „digitale Sprechstunde“ oder ein „15-minütiges Sparring zu Thema X“. Dies positioniert Sie als Ratgeber auf Augenhöhe. All diese Methoden basieren auf einem Prinzip: Sie demonstrieren Ihre Kompetenz in der Praxis, anstatt sie nur zu behaupten. Sie schaffen einen Sog-Effekt, bei dem potenzielle Mandanten von sich aus den Kontakt suchen, weil sie in Ihnen den Experten erkannt haben, der ihre Probleme wirklich versteht.
Ihre Checkliste für seriöse Experten-Positionierung
- Komplexität übersetzen: Identifizieren Sie ein aktuelles, komplexes Thema (z.B. neues Gesetz) und erklären Sie dessen praktische Auswirkungen für eine spezifische Zielgruppe.
- Kontroverse Thesen formulieren: Entwickeln Sie eine fundierte, aber diskussionsanregende These zu Ihrer Branche, um hochwertige Interaktionen zu fördern.
- Vorträge digital verlängern: Extrahieren Sie die Kernbotschaften eines Vortrags und bereiten Sie sie als PDF-Slider oder kurzen Text-Post mit einer offenen Frage für LinkedIn auf.
- Hemmschwellen senken: Bieten Sie niedrigschwellige Formate wie „Sprechstunden“ oder „Themen-Sparrings“ anstelle von klassischen „Beratungsgesprächen“ an.
- Content-Plan erstellen: Planen Sie mindestens einen „Übersetzer“-Beitrag pro Woche, um kontinuierlich als hilfreicher Experte wahrgenommen zu werden.
Indem Sie diese Strategien konsequent anwenden, verlagern Sie den Fokus von der Akquise auf den Aufbau von Autorität. Der Erfolg auf LinkedIn ist das direkte Ergebnis des Vertrauens, das Sie im Vorfeld säen. Beginnen Sie noch heute damit, Ihr Expertenwissen strategisch zu teilen und beobachten Sie, wie sich die Dynamik von „Push“ zu „Pull“ verändert.
Häufige Fragen zur Akquise auf LinkedIn
Ist Kaltakquise auf LinkedIn erlaubt?
Klassische Kaltakquise hat auf LinkedIn ausgedient und ist oft ineffektiv. Stattdessen geht es darum, Sichtbarkeit für Ihre Marke bei Ihren Wunschkunden zu schaffen und im Vorfeld des ersten Kontaktes ein Gefühl des Vertrauens aufzubauen. Der Fokus liegt auf „Social Selling“, also dem Beziehungsaufbau durch wertvolle Inhalte.
Wie unterscheidet sich Content-Marketing von verbotener Werbung für Freiberufler?
Anstatt anpreisend zu werben („Ich löse Ihr Problem X“), posten Sie Fachartikel, die ein Problemfeld neutral analysieren oder über neue Urteile und Gesetze informieren. Dies fällt unter die erlaubte Information und Meinungsäußerung und positioniert Sie als Experte, ohne gegen standesrechtliche Werbeverbote zu verstoßen.
Wie bleibe ich DSGVO-konform beim Networking?
Die Kontaktaufnahme auf LinkedIn fällt in der Regel unter das „berechtigte Interesse“. Wichtig ist, die erhaltenen Daten nicht ohne explizite Zustimmung in externe Systeme (wie ein CRM) zu exportieren und für Werbezwecke zu nutzen. Dokumentieren Sie Ihre Prozesse und holen Sie für alles, was über die direkte Kommunikation auf LinkedIn hinausgeht, eine Einwilligung ein.